Wirtz
„Klangliche Opfer, den Dämonen gereicht, auf dass ihre Herrschaft sich dem Ende neigt“.
„Wirtz“ gilt inzwischen bei vielen als der Prototyp des Künstlers, der sich auch jenseits der ausgelatschten Pfade maroder Musikindustrie Gehör zu verschaffen weiß. Denn heute schafft es Daniel Wirtz mühelos und ohne mediale Selbstinszenierung die großen deutschen Clubs bis zum letzten Platz zu füllen. Mit “Akustik Voodoo” legt der Wahl-Frankfurter am 19. August sein drittes Soloalbum vor.
Diese Entwicklung verdankt er nicht nur einer außergewöhnlichen Musikalität und einer bemerkenswerten Stimme, sondern zum großen Teil auch seiner Sprachwucht, die es schafft den Nerv seiner Hörerschaft mit chirurgischer Präzision zu treffen. So kotzt der Wahl-Frankfurter wie gewohnt alles aus, was sich an emotionalen Giften in ihm angesammelt hatte. Und Wirtz lädt den Hörer einmal mehr ein, mit ihm zusammen einen 50-minütigen musikalischen Selbst-Exorzismus durchzuführen.
Mal singt er über das schleichende Gift der Resignation („Der lange Weg“), mal scheint er daran erinnern zu wollen, dass es nichts Gutes gibt außer man tut es („Banalität der Dinge“). Er inszeniert das Gefühl von Abhängigkeit musikalisch so intensiv, dass man glaubt man gehe augenblicklich selbst mit unter („Der Sog“), um kurz darauf ebenso eindringlich die eigenartige Schwerelosigkeit zu beschreiben, die nur durch die Fähigkeit des Loslassens zu entstehen scheint („Hier“).
Am Ende der Reise, einer beständigen Berg-und-Talfahrt, bleibt der Hörer zunächst erschlagen, aber völlig gereinigt zurück. Denn der Künstler kämpft vor unseren Augen mit abstrakten, kaum greifbaren Gegnern, dass es der vollen emotionalen Aufmerksamkeit aller bedarf, um die dunkle Materie, die Wirtz in seinen zwölf Songs beschreibt, aus der Welt zu ziehen. “Akustik Voodoo” ist nämlich keine Platte für zwischendurch.
Die Musik ist dabei mehr als ein bloßes Vehikel, um rohe Gedanken zu transportieren. Nein, sie ist weit mehr. Sie bildet die Untertitel zu den Worten und erzählt ihren Teil der Geschichte – in einer anderen Sprache. Grungige Gitarren, Licks, die dich immer wieder aufrütteln und Drums, die den ganzen Zorn und die Energie ausspucken, die die zwölf Geschichten erzählen.
Mit „Akustik Voodoo“ bestätigt Daniel Wirtz seine Ausnahmestellung in der deutschsprachigen Rockmusik sowohl musikalisch als auch lyrisch.
WIRTZ wird “Akustik Voodoo” bis zum Ende des Jahres ausgiebig auf den Bühnen der Republik vorstellen. Nach einem terminreichen Open Air Sommer (u.a. Deichbrandfestival, Taubertalfestival, Big Day out Festival, Sea Rock Festival, Rocco del Schlacko Festival uvm) geht die Band zwischen dem 21.10. und dem 10.11. auf eine 16 Shows umfassende Headlinertour durch Deutschlands Clubs. Zahlreiche Shows stehen bereits kurz vor “Ausverkauft”.
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